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Sonntag, 1. Juni 2014

UNESCO-WELTERBE Bamberg - ... erneute Zensur. Dieses mal von Dr. Franz Eibl



Der U.N.E.S.C.O.-Welterbetag und die „Bamberger ZENSUR“


Wer heutzutage einen persönlichen Brief an das Welterbe Zentrum Bamberg schreibt, kann nicht mit der Leiterin dieses Zentrums Frau Patricia Alberth kommunizieren, sondern bekommt die Antwort von einem Dr. Franz Eibl, der zwar auch im Rathaus arbeitet (Pressestelle) - allerdings fragt man sich ja warum Frau Alberth nicht selbst in der Lage ist, auf eine offizielle Anfrage (persönlicher Brief) standesgemäß zu reagieren?

Meines Erachtens nach ist der folgende Briefwechsel deshalb der beste Beweis, wie man in Bamberg seitens einiger Beamter mit dem Thema „totgeschwiegene Massenmorde der katholischen Inquisition“ umgeht. 



19. Mai 2014


Sehr geehrter Herr Kloos,

vielen Dank für Ihre heutige E-Mail an das Zentrum Welterbe Bamberg. Zunächst möchte ich ein Missverständnis aufklären: Die Antwort auf Ihre Nachricht an die FB-Seite des Zentrums Welterbe Bamberg stammt von mir, da ich die Seite als Administrator betreue.

Ferner habe ich Ihre E-Mail vom 30.04., die im allgemeinen Postfach des Zentrums Welterbe Bamberg einging, in Rücksprache mit Frau Alberth an die Pressestelle der Stadt Bamberg weitergeleitet, da das Zentrum Welterbe Bamberg (ZWB) für die darin aufgeworfenen Fragen nicht zuständig ist. 

Es ist weder in die Errichtung des geplanten Hexendenkmals involviert, noch gehören Stellungnahmen zur Bamberger Stadtgeschichte zu den Aufgaben des ZWB.  Das ZWB stimmt die Umsetzung der UNESCO-Welterbekonvention vor Ort ab und koordiniert den Erhalt des außergewöhnlichen universellen Wertes des 1993 eingeschriebenen Welterbes „Altstadt von Bamberg“.

Ich möchte Sie daher bitten, alle zum Themenkomplex der Hexenverbrennungen gehörenden Punkte weiterhin mit der Stadtspitze bzw. den zuständigen Stellen Stadtarchiv und Kulturamt der Stadt Bamberg zu erörtern, mit denen Sie ja bereits seit längerem in Kontakt stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Franz Eibl

Stadt Bamberg
Geyerswörthstraße 3
96047 Bamberg


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19. Mai 2014


Sehr geehrter Herr Dr. Eibl

da ich von der Pressestelle bereits seit mehreren Jahren gemobbt, belogen und betrogen werde, war das in Wirklichkeit keine besonders gute Idee.

Ich danke Ihnen trotzdem für Ihre ehrlichen Worte und werde Ihren Rat befolgen.

Trotzdem werde ich mich auch weiterhin öffentlich äußern, denn wenn ich das nicht machen würde, dann wäre das Thema niemals in Bamberg ernst genommen worden.

Das wissen nicht nur Sie, sondern vor allem OB Starke, Frau Dengler-Schreiber, Herr Horst Gehringer und jede Menge anderer Beamten der Stadt Bamberg - trotzdem geht es hier nicht um mich - sondern um den Ruf der Stadt Bamberg, denn entgegen der Aussagen "hier werde nichts tabuisiert" behaupte ich weiterhin, dass kein Tourist eine ehrliche Chance hat, die grausame Epoche der Hexenverfolgung standesgemäß nachzuvollziehen - es gibt keine Infos - ausser die, die wir kostenlos im Hexenbrenner-Museum zur Verfügung stellen -- und das ist einfach nur beschämend für eine Stadt, die eine großen Teil ihrer Einnahmen der Strahlkraft einer historischen Altstadt zu verdanken hat, in deren Mauern sich leider eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheit abgespielt hat.

Oder sehen Sie das etwa anders? 

Freundliche Grüße 

Ralph Kloos



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Facebook-Post auf der Seite: ZENTRUM WELTERBE BAMBERG  (18.Mai - Screenshot vorhanden)

Wie schon im letzten Jahr: Kein einziges Wort über die wahren Helden dieser Stadt: Die 5 verbrannten Bürgermeister, Kanzler Dr. Georg Haan, Dorothea Flock und der gesamte Stadtrat des Hochstifts wurden in den Jahren von 1627 - 1630 grausam gefoltert und dann zu Pulver und Asche verbrannt. 

Das ist ein essentieller Teil der UNESCO-Welterbe-Geschichte von Bamberg mit ca. 1000 Toten, einem weltweit einmaligen Foltergefängnis (Malefiz Haus) und einem eigens für die billigere Verbrennung konstruierten Hexen-Krematorium in Zeil am Main, welches auch vom Hexenbrenner Fuchs von Dornheim erbaut wurde. 

Ich kann nicht glauben, dass auf der einen Seite ein Hexendenkmal in Bamberg entstehen soll, während man diesen ungeliebten Teil des WELTERBES weiterhin komplett negiert und damit alle bezahlenden Besucher um den spannendsten Teil der Bamberger Geschichte betrügt. 

Das kann nicht im Sinne der UNESCO sein und mit einer weltoffenen Darstellung der Tatsachen hat diese permanente Vertuschung ebenfalls nichts zu tun. Die grausame Wahrheit um die Opfer hätte es verdient endlich öffentlich gemacht zu werden. 

Eine moralisch-ethishe Rehabilitierung wurde bereits zwei mal abgelehnt .. der Fuchs von Dornheim hätte seine Freude an den Beamten der heutigen Universitätsstadt gehabt.
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19. Mai 2014

Sehr geehrter Herr Kloos,

ich habe Ihren Beitrag auf der Facebook-Seite des Zentrums Welterbes Bamberg gelöscht, da er inhaltlich nichts mit dem Welterbetag 2014 zu tun hat.

Die Bamberger Stadtgeschichte ist kein Teil des UNESCO-Welterbes „Altstadt von Bamberg“ und fällt daher, wie ich Ihnen bereits erläutert habe, nicht in den Aufgabenbereich des Zentrums Welterbe Bamberg.

Die Deutsche UNESCO-Kommission gibt jedes Jahr ein Motto für den Welterbetag vor. In diesem Jahr lautet er „Welterbe ohne Grenzen“. Die Anbieter der Führungen und die Referenten haben daher sichtbare und unsichtbare Grenzen im Welterbegebiet in den Mittelpunkt ihrer Programmpunkte gestellt. Das ZWB Welterbe macht keine inhaltlichen Vorgaben bezüglich der Führungen und Vorträge, außer dass sie am jeweiligen Motto des Welterbetags orientiert sein soll.

Insofern ist Ihr Vorwurf, das Thema der Hexenverbrennung werde nicht thematisiert, schlichtweg irreführend, da das diesjährige Motto eben ein anderes ist. Ich werde auch nicht zulassen, dass Sie die Facebook-Seite des Zentrums Welterbe Bamberg für Ihr Anliegen, so berechtigt es auch in ihren Augen sein mag, benutzen und unsere Veranstaltungen mit unberechtigten Vorwürfen überziehen.  

Ich bitte Sie dies bei Ihrer künftigen Kommentierung auf unserer Facebook-Seite zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Franz Eibl


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19. Mai 2014

Sehr geehrter Herr Dr. Eibl

Das kann ich leider auf gar keinen Fall akzeptieren.

Begründung: 

WELTERBE OHNE GRENZEN heisst die Veranstaltung und dieses Motto haben Sie sich ja nicht ausgedacht, sondern die UNESCO. 

Deshalb lasse ich mir auch nicht von Ihnen nicht gefallen, einen sachlich korrekten Tatbestand als "unberechtigten Vorwurf" abzuqualifizieren, sondern es handelt sich, schlicht und einfach, um eine Tatsache, dass die exzessivsten Folter- und Verbrennungsverbrechen Europas im Rahmen der Bamberger Welterbe-Deutungshoheit nicht stattfinden. 

In den Statuten der UNSECO wird die VERMITTLUNG von INFORMATIONSKOMPETENZ von den UNESCO-STÄDTEN verlangt - wo findet die bitte innerhalb Ihres Bamberg-Universums statt.

Ihre Löschung meines Beitrages auf der Facebookseite des WELTERBES empfinde ich deshalb als einen AKT der ZENSUR und werde Ihre diesbezügliche Korrespondenz nicht nur an die UNESCO, die DSDS, das Staatsministerium in München sondern auch an die Presse weiterleiten. 

Ich pflege von jedem meiner Posts einen Screenshot anzufertigen - den stelle ich Ihnen zur Erinnerung gerne im Anhang dieser Mail zur Verfügung - und kann deshalb beweisen, dass Sie anscheinend Ihre eigene Auslegung der UNESCO-Vorgaben umsetzen wollen. 

Das mein Anliegen berechtigt ist, haben Sie wirklich gut erkannt - allerdings reagieren Sie leider nicht im Sinne der Aufklärung und genau hier kommt wieder das Motto ins Spiel, das ich seit 2008 als die moralische Feuerprobe für jeden Beamten, der aus öffentlichen Geldern finanziert wird, propagiere: WER NICHT FÜR EINE LÜCKENLOSE ÖFFENTLICHE DARSTELLUNG DER MASSENMORDE DES 17TEN JAHRHUNDERTS IN DIESER STADT IST ... DER IST DE FACTO GEGEN DIE AUFKLÄRUNG.  

… und auf welcher Seite stehen Sie Herr Dr. Eibl? 

Wenn Sie meinen Post wieder einsetzen, können wir gerne weiter diskutieren - ansonsten hören Sie automatisch von meinen weiteren Versuchen, die totgeschwiegene Wahrheit auch für die Menschen ausserhalb des Zwiebeltreter-Tellerrandes sichtbar zu machen - das ist WELTERBE OHNE GRENZEN.


MfG 

Ralph Kloos
Autor / Produzent



Ich werde diesen Briefwechsel am UNESCO-WELTERBETAG erneut auf der Seite des Welterbe Zentrums Bamberg posten. 

Sicherheitshalber natürlich noch auf einigen anderen Webseiten.

Wann wird man in Bamberg endlich begreifen, dass es schliesslich EURE EIGENEN VORFAHREN waren, die man hier grausamste gefoltert, ausgeraubt und verbrannt hat … 


Ralph Kloos

Montag, 23. September 2013

Rückblick: Tag des offenen Denkmals 2013 am 8. September im Domherrenhof in Bamberg

Motto: Jenseits des Guten und Schönen - Unbequeme Denkmale ?



Wie soll es weitergehen?

Die Idee eines Mahnmals wurde bereits im Jahr 2008 von uns an die Stadt herangetragen.
Nachlesen kann man das im offiziellen Rathausjournal vom Oktober 2008.

Dass der Bürgerverein Bamberg Mitte diese Idee im Jahr 2012 aufgegriffen hat, finden wir großartig,
allerdings gibt es da zwei größere Probleme:

Zu der Erstellung dieses geplanten Mahnmals sind bis dato kaum nennenswerte private Gelder eingegangen, weshalb man den langen Weg mit öffentlichen Fördergeldern gehen muss, was gleichzeitig bedeutet, dass gewisse Ausschreibungsfristen eingehalten werden müssen. Dieses Mahnmal wird also nicht vor dem Jahr 2015 realisiert werden (laut aktueller Aussage von Frau Sabine Sauer, der Vorsitzenden des Bürgervereins Mitte.) Die Stadt Bamberg hat sich dazu bereit erklärt, das benötigte Grundstück am Geyerswörthschloss und den Sockel dieses Mahnmals zu finanzieren.

Abgesehen davon, dass die Erstellung dieses Mahnmals wirklich wichtig und notwendig ist, muss man sich über den Standort dennoch unterhalten: Es ist nicht nur unsere Meinung, dass ein Mahnmal normalerweise nicht an dem Wohnort des Täters - in diesem Fall des Hexenbrenners Fuchs von Dornheim - installiert werden darf, sondern dort stehen sollte, wo die Opfer gestorben sind, beziehungsweise dort, wo das Foltergefängnis namens MALEFIZ HAUS stand.

Diese Tatsache stellen wir jetzt offiziell zur öffentlichen Diskussion und haben dabei auch prominente Fürsprecher wie zum Beispiel Gerhard C. Krischker und andere Kulturträger dieser Stadt.

Was das geplante Museum betrifft ...

Wenn es die Stadt Zeil am Main (der Brennplatz von Bamberg) mit 7000 Einwohnern fertig gebracht hat, ein Hexendokumentationszentrum für 600.000 € zu finanzieren, dann sollte das zehnmal so große BAMBERG in der Lage sein, ebenfalls eine würdige Gedenkstätte in Form eines Museums zu realisieren. Dazu bieten wir unsere Hilfe an, denn schließlich haben wir bereits zum Tag des offenen Denkmals im Jahr 2008 einen Weg aufgezeigt, wie so etwas funktionieren könnte. Um z.B. den Domherrenhof zu einem funktionierenden Museum umzubauen, braucht man Geld - mindestens 1 Million €.

Das mag im ersten Moment nach einer großen Summe klingen, wenn man allerdings davon ausgeht dass dieses einzigartige Museum dann auch einen sichtbaren Anreiz für den Tourismus dieser Stadt bietet, ist diese Summe eher gering, vor allem vor dem Hintergrund, dass für verschiedene Kunst-statuen auch enorme Summen aufgebracht wurden.

Die Kulturgeschichte Bambergs ist untrennbar mit dem Leid der circa 1000 verbrannten Opfer verbunden.

Das lässt sich nicht negieren, weshalb wir hiermit an alle politischen Kräfte Bambergs appellieren, die Idee eines Hexenmuseums zu unterstützen, denn schließlich arbeiten wir jetzt bereits seit 2007 an diesem Projekt und haben nicht nur eine Menge Geld investiert, sondern auch jede Menge Arbeit, die von mehr als zwei Dutzend Mitarbeitern unterstützt wurde.

Man kann sich die Vergangenheit seines Wohnortes nicht aussuchen, aber das, was in dieser Stadt im 17-ten Jahrhundert passiert ist, war europaweit einzigartig und muss deshalb frei sichtbar für die zahlreichen Besucher und Bewohner dieser Stadt sein, denn Bamberg ist bereits seit 1993 WELTKULTURERBE der UNESCO.

Freitag, 9. August 2013

Der Countdown läuft ...

Da ich jetzt schon etwas mehr als 2 Monate in Bamberg bin, sollte ich mal wieder Bescheid geben, wie der Stand der Dinge ist.

Das geplante Museum ist noch lange nicht in Sicht, denn diesmal hängt die Messlatte einen ganzen Zacken höher. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es trotzdem "besser läuft", denn im Gegensatz zu 2011 gibt es jetzt auf einmal eine ganze Menge "Supporter", die sich auch langsam öffentlich zur wahren Geschichte der Stadt bekennen.

Von Vorteil ist die Tatsache, dass wir nach den zwei Jahren alle damals angedeuteten Publikationen (Buch, Pad-iBook + virtuelles Museum) wirklich fertig bekommen haben - und das sogar in Deutsch und Englisch.

Es fehlt also noch der "letzte Kick" um den Korken aus der Flasche zu poppen  ... und wir alle meinen, dass das am Tag des offenen Denkmals passieren könnte, der dieses Jahr unter dem Motto läuft: Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?

Hier ist der offizielle Link aber die Vorträge finden dann in einem anderen Gebäude statt und NICHT in der Amalienstarsse - >  wir geben den Veranstaltungsort dann noch rechtzeitig bekannt.

http://tag-des-offenen-denkmals.de/laender/by/kreisfrei/7233/

Wir laden aber alle interessierten Bürger und Leser jetzt schon ein, diesen Tag in Bamberg zu begehen: wir haben ein exquisites Programm mit mindestens 6 hochkarätigen Vortragenden - auch diese Details geben wir bald bekannt, denn noch arbeiten wir an der Gesamtkonzeption.

Was wir allerdings schon sagen können: obwohl unser Vortrag im Jahr 2008 bereits ein "voller Erfolg" war, sind wir der Meinung, dass wir dieses Jahr "durchaus noch eine Schippe drauflegen" werden.

Es gab durch neue Allianzen weitere Informationen und auch die Technik hat sich ja komplett verändert (Ipad & Co), weshalb auch die Präsentation eine ganz neue Ebene erreicht hat:
multimediale Interaktivität.

Was das alles für den neugierigen Konsumenten bedeutet, werden Sie ja dann am 8. September erkennen können. Wir laden Sie ganz herzlich ein zum Tag des offenen Denkmals - der Eintritt ist selbstverständlich kostenlos.

Freitag, 5. April 2013

Der Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge


Es war die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz, die uns im Jahr 2007 ermutigte, das damals noch weitgehend unbekannte Bamberger Hexengefängnis Malefizhaus beim "Tag des offenen Denkmals" zu präsentieren.

Da diese Aufgabe, ehrlich gesagt, "zu groß für uns erschien", hatten wir OB Andreas Starke und der damaligen Leiterin  des Bamberger Weltkulturerbe-Büros Frau Karin Dengler-Schreiber angeboten, unsere umfangreichen und wissenschaftlich fundierten Materialien der Stadt Bamberg unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, damit man dort die Möglichkeit hat, diesen vergessenen und wenig erforschten Teil der Stadtgeschichte einer breiteren Öffentlichkeit in spannender, aber angemessener Weise näher zu bringen.

Von offizieller Seite bot man uns dann an, erst im Jahr 2016 eine Ausstellung zu diesem Thema zu organisieren. Da neun Jahre in der Politik eine lange Zeit sind und Planungen erfahrungsgemäß solche Zeiträume nur in den seltensten Fällen „unbeschadet“ überstehen, entschlossen wir uns kurzerhand, ins kalte Wasser zu springen und einen Vortrag zum Thema Malefizhaus auf eigene Kosten und eigenes Risiko in Bamberg abzuhalten. Dass man uns dann schon im Vorfeld unserer Bemühungen mit Zensur und allerlei anderen Hindernissen begegnen würde, war für uns unvorstellbar, aber eine leidvolle Erfahrung, die uns sehr bald spüren ließ, dass wir mit dem Thema offensichtlich in ein Wespennest gestochen hatten.

Auch nach dem Tag des offenen Denkmals wurden wir wiederholt zensiert, doch im Rathausjournal der Stadt war im Oktober 2008 folgender Satz des Oberbürgermeisters zu lesen: "Starke bezeichnete das Projekt als höchst beeindruckend und ambitioniert".

Vier Jahre später sagt OB Starke dann folgende Sätze in die Mikrophone des Bayerischen Fernsehens: "Wir haben in Bamberg den Grundsatz, dass wir Aufklärung durch Forschung betreiben wollen. Wir kennen da keine Tabus oder wollen da irgendetwas verschleiern - wir gehen ganz ehrlich mit diesem Thema um - Forschung durch Aufklärung."
Abgesehen davon, dass es einigermaßen verwirrend klingt, wenn man erst „Aufklärung durch Forschung“ propagiert, um dann einen halben Satz später „Forschung durch Aufklärung“ auszurufen, ist es leider die traurige Tatsache, dass zwischen diesen beiden Aussagen mehr als vier Jahre liegen. Deshalb möge jeder Leser für sich selbst entscheiden, wie er diesen Widerspruch bewertet.

Doch es wird leider noch unverständlicher. Obwohl die Stadt Bamberg offizielle Themenwochen zur Hexenverfolgung im Oktober 2012 veranstaltete, wurde das zentrale Objekt der Bamberger Inquisitionsgeschichte - also das Malefizhaus - dabei in gerade mal drei Halbsätzen erwähnt. Dass unter den meisten unbequemen Veröffentlichungen zum Thema Malefizhaus in den vergangenen Jahren der Name des in vielen Augen ebenso unbequemen Autors Kloos steht, legt den Schluss nahe, dass hier nichts anderes als ein weiterer Versuch der Zensur unternommen wurde.

Zum Vergleich: Das Foltergefängnis und den Hexenofen des Fuchs von Dornheim "zu vergessen" ist nichts anderes, als würde man versuchen die Geschichte des Nazi-Reiches zu erzählen, ohne die Konzentrationslager zu erwähnen.



Sieht in der weltoffenen Traumstadt der Deutschen so ein ehrlicher Umgang mit der eigenen Geschichte aus? Oder ist das gar die gelebte Erinnerungskultur einer modernen Universitätsstadt?

Die Altstadt von Bamberg ist seit genau 20 Jahren ein Teil des Weltkulturerbes der UNESCO - und das Malefizhaus lag ohne jeden Zweifel innerhalb der historischen Stadtmauern. Das lange Jahre vertuschte Foltergefängnis mit seinen rund tausend unschuldigen Opfern ist deshalb genauso ein Stück des UNESCO-Welterbes wie der Dom, das Alte Rathaus und der Rest des historischen Altstadtensembles. Wer das negiert, ist ein Kulturbanause und sollte weder die Worte Welterbe noch Kultur über seine Lippen kommen lassen.

Und jetzt steht der 2. Juni 2013 vor der Tür: Diesmal richtet Bamberg den deutschlandweiten UNESCO-Welterbetag aus. Hochrangige Festredner werden feierliche Reden halten und dabei wird keiner der Vortragenden wissen, was sich in Wirklichkeit hinter den Mauern dieser Stadt abgespielt hat. Klingt absurd, ist aber leider wahr. Sie können es nachlesen, denn das offizielle Programm ist bereits veröffentlicht - und natürlich wird die Hexenverfolgung mit keinem einzigen Satz erwähnt. (http://www.bamberg.info/fachkontakte/presse/pressemappe/blick_in_die_geschichte_und_wi-308/)

Auch die im Herbst letzten Jahres versprochene Ausschreibung für ein Hexenmahnmal, die man rasch in die Wege leiten wollte, hat noch immer nicht stattgefunden - von einer offiziellen Rehabilitierung der Opfer ganz abgesehen.

Wenn man es wirklich ehrlich meinen würde mit der Aufklärung, dann hätten wir hier ein kostenloses Angebot für die BAMBERGER KULTUR-ENTSCHEIDUNGSTRÄGER:

1. Alle vorhandenen Hexen-Akten scannen und frei ins Netz stellen - Cloud-Subskribtion nennt man so etwas.

2. Eine Straße oder einen Platz nach einem der Opfer benennen.

3. Die Ausschreibung des Mahnmals endlich realisieren.

4. Dem Beispiel vieler anderer Städte folgen und die längst überfällige Rehabilitierung der Opfer sofort einleiten - ohne immer wieder das entschuldigende Scheinargument der Zuständigkeit oder Rechtsnachfolge bei dieser Entscheidung vorzuschieben.

5. Es war der öffentliche Vorschlag von Frau Karin Dengler-Schreiber (2008), den einmaligen Junius-Brief zum Weltdokumentenerbe der UNESCO anzumelden. Was ist aus dieser Idee geworden? 

Im Mai wird im Magazin "Wunderwelt Wissen" ein ausführlicher Artikel erscheinen, der das Malefiz Haus und das Hexenbrenner-Museum einer breiten wissenschaftlichen Öffentlichkeit präsentieren wird … gerade noch rechtzeitig vor dem UNESCO-Welterbetag am 2. Juni.

Die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz präsentiert das virtuelle Hexenbrenner-Museum auch auf der Website "Tag des offenen Denkmals" - das ist nicht nur ein großes Kompliment an unsere jahrelange Arbeit sondern auch eine Art "Qualitätssiegel": Sie werden nirgendwo eine bessere Dokumentation über dieses Thema finden und deshalb laden wir alle Leser ein, zum kostenlosen Besuch am Tag der offenen Tür: 2 Juni 2013.


Ralph Kloos

Montag, 5. November 2012

Klare Worte

Gerade einen Artikel zugeschickt bekommen, der den Nagel ziemlich auf den Kopf trifft:




und weil wir am Wochenende ziemlich fleissig waren hier unser erster Trailer für das Buch, die APP und das virtuelle Museum:



Donnerstag, 1. November 2012

Hexenbrenner im Bayerischen Fernsehen

Anbei der Link zum Bericht von Julia Hofmann aus der Frankenschau vom 30.Oktober 2012:




Da heute der Tag ist, an dem man seiner Toten gedenkt, noch eine Anmerkung:

Es waren nicht meine Vorfahren, die im 17.ten Jahrhundert gefoltert und verbrannt wurden. Ich bin zwar in Bamberg geboren und aufgewachsen, aber meine Eltern kamen erst nach dem Krieg ins fränkische Rom.

Sie heissen: Arnold, Gruber, Richter, Lechner, Hertrich, Pessler, Löhlein, Drescher, Wentzel, Graser, Bach, Heinlein, Weinmann neben ganz normalen Allerweltsnamen, wie Müller, Schmid, Kraus und Fleischmann, um nur ein paar zu nennen.


Diese Namen stehen heute im aktuellen Bamberger Telefonbuch und sie stehen ebenfalls in den historischen Hexenakten, die seit 1840 im Archiv liegen. In einigen Fällen muss es mit Sicherheit Überschneidungen geben: das heisst, das man heute in diesen Familien auch seiner verbrannten Vorfahren gedenken könnte ... sofern man etwas davon wüsste.  




Freitag, 26. Oktober 2012

Unser Buch kommt ins Fernsehen ...



Vergangenen Mittwoch war unser erster Drehtag mit dem Bayerischen Fernsehen vor Ort - Ausstrahlungstermin ist der kommende Dienstag. Uhrzeit und Sendung geben wir noch bekannt.

Wir sind wirklich überrascht, denn das Buch ist ja nun erst seit dem 15. Oktober auf dem Markt. Wow.

Wie wir wissen, hat sich die Bamberger Bevölkerung geradezu darum gerissen, um bei den Themenvorträgen mehr über die bis dahin vertuschte Stadtgeschichte zu erfahren  ... und so wird es wohl auch nicht zu verhindern sein, dass der eine oder andere dieser kulturinteressierten Bürger über unser Buch und dessen Inhalt "stolpern wird".  Das könnte interessant werden, denn nach der Lektüre wird sich dieser Leser wohl fragen, warum er über die Kernthematik dieses Buches kein einziges Wort während der offiziellen Hexenwochen vernommen hat.

Jetzt wirds dann kritisch für den Leser, der nicht unbedingt "auf der Brennsuppn daher gschwumma kummt":  wem will er glauben? Seinen offiziellen und "seriösen" Informationsträgern, die jahrelang alle Versuche, die Wahrheit ans Licht zu bringen, konsequent abgeschmettert und zensiert haben - oder den Menschen, die das jetzt erreichte Ziel bereits 2008 öffentlich angemahnt hatten?

In panischer Hektik wird ein meterlanges Poster zur Erschaffung eines Denkmals an das Schloss Geyerswöhrt gehängt ... um möglichst schnell den aufkommenden Verdacht zu verhindern, das in Bamberg jemals etwas vertuscht wurde ... dabei wurde noch nicht einmal richtig aufgeklärt, weil man das Malefiz Haus  --- ähhh --- mal wieder zensiert hat.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir hier ein weiteres Ammenmärchen aus den amtlichen Schreibstuben präsentieren: in einem Interview im Bayerischen Rundfunk gab es von einem der hochkarätigen Mitglieder des Bamberger-Hexen-Kompentenz-Teams folgende Anekdote zu hören: "in wochenlanger Arbeit hätte man den tragischen und erschütternden Juniusbrief aufwendig transkribiert".

Dumm nur, dass diese Transkription bereits 1899 in einem alten Bamberger Rückblick abgedruckt wurde, danach wurde der Brief noch von verschiedenen Wissenschaftlern (z.B. Dr. Britta Gehm) transkribiert und ich habe das erste mal eine englische Version von der University of Oxford gelesen - noch bevor ich die deutsche Version kannte.

Welchen wissenschaftlichen Wert darf man nun dieser einmaligen Arbeit in Bamberg entnehmen? Das man 1899 kein Sütterlin entziffern konnte? Der Brief wurde übrigens zweifelsfrei im Malefiz Haus verfasst und dort auch abgefangen.

In erster Linie ist es mir persönlich unbegreiflich, dass sich die seriösen Amtsträger nicht darüber im Klaren sind, um was es bei einer fundierten Aufarbeitung überhaupt zu gehen hat.

Das Niveau der Bamberger Themenwochen war, unserer Meinung nach, mehr als ungenügend ... aber wir wissen einfach, dass sich die Wahrheit mit jedem Tag mehr durchsetzen wird ... auch über den Teil der Bamberger Folter- und Inquisitionsgeschichte, der von offizieller Seite immer noch zensiert wird.

Wenn es auf der Welt keine guten Journalisten, Verlage, Sender und das Internet gäbe, dann würden ein paar Ewig-Gestrige in Bamberg vielleicht auch weiterhin mit ihrer Verniedlichungs-Masche durchkommen - aber die Zeit für Ammenmärchen um die vertuschten Massenmorde der Hexenbrenner ist endgültig vorbei ...

Deshalb - wer die Sendung am Dienstag verpassen sollte: sie wird im Anschluss an die Sendung auf der Mediathek des BR gehostet und wir werden den Link hier veröffentlichen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Ralph Kloos

Dienstag, 16. Oktober 2012

Es funktioniert

Hallo liebe Leser 

heute ist es endlich soweit: wir eröffnen unser virtuelles Museum - nach ca. 5 Jahren Vorbereitung.

Und heute erscheint unser Buch zu den Hexenverfolgungen in Franken im SUTTON Verlag.


In unserem virtuellen Museum sind noch ein paar Mitarbeiter mit dem Anbringen der letzten Beschriftungen beschäftigt - andere arbeiten bereits an der englischen Version, die ebenfalls in wenigen Tagen begehbar sein wird, aber ...



"Alle Exponate sind aufgebaut - und die Navigation funktioniert fehlerfrei". 

Wir folgen mit diesem virtuellen Museum dem öffentlichen Aufruf, dass man sich kritisch mit der lange vertuschten Materie auseinandersetzen solle - und genau das tun wir jetzt.

Unser Slogan lautet: Wir sind die mit der ganzen Wahrheit!

Gerade wenn Sie die aktuell überfüllten Vorträge in Bamberg besucht haben, werden Sie feststellen, dass Sie bei uns einige Tatsachen präsentiert bekommen, von denen Sie in keinem der offiziellen Vorträge auch nur einen Satz gehört haben. 

Das können wir Ihnen in aller Seriosität versprechen, denn alleine mit der vorab veröffentlichten Programmankündigung zu den Themenwochen haben sich die Verantwortlichen einmal mehr dem Vorwurf der versuchten Zensur ausgesetzt, weil sie das Kernstück der Bamberger Massenmorde geflissentlich "ausgeblendet" haben; während z.B. die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz, die Süddeutsche Zeitung, der Bayerische Rundfunk und die Nürnberger Nachrichten das Malefizhaus als das grausame Alleinstellungsmerkmal der Bamberger Hexenverfolgung eindeutig anerkennen, bringen es die selbst ernannten hochkarätigen lokalen Aufklärer in ihrer Gesamtheit nicht fertig, dieses weltweit einmalige Foltergefängnis auch nur einmal im offiziellen Programm zu erwähnen. 

Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten:
Kann es sein, dass man die erforschten Tatsachen von Amtswegen einfach nicht überreisst  ...
... oder probiert man mit den Mitteln Guttenberg´scher Salami-Taktik einen Effekt zu erreichen, den ich nicht nachvollziehen kann. 

Liebe Bamberger - lasst Euch nicht länger erzählen, was Ihr zu glauben habt und was nicht. 
Denkt mal nach, Leute! Warum kocht die ganze Geschichte erst jetzt hoch? 
Weil der öffentliche Druck einfach zu groß wurde. Dem Internet sei dank. 

Spätestens seit 2002 und der Veröffentlichung des Buches von Dr. Britta Gehm wusste nicht nur der Domberg Bescheid - das lässt sich zweifelsfrei beweisen. 

Trotzdem wollten all die "seriösen Amtsträger" jahrelang nur eines: vertuschen und verschweigen. 

Und diesen Menschen vertraut man jetzt die Aufklärung an? Das geht mit Sicherheit besser, weil es einen entscheidenden Unterschied macht, ob jemand seinen Job erledigt, weil er Ihn machen muss, oder ob ein paar  Menschen ihre Ziele mit Leidenschaft und Ausdauer bedingungslos verfolgen!

Seit heute hat zumindest jeder interessierte Bürger die bequeme Möglichkeit, die wahre Geschichte über das Phänomen der tausendfachen Inquisitionsmorde von Bamberg ohne Schere im Kopf zu erkunden. 

Die englische Version wird etwa noch eine Woche auf sich warten lassen - das werden wir dann auch offiziell bekanntgeben, aber wir laden Sie herzlich ein,  schon mal ausgiebig im Museumsfoyer herumstöbern ...

Beste Grüße und spannende Unterhaltung wünscht 

Ralph Kloos